SubmitHub schließt KI-Musik von seinen Promotion-Diensten aus
SubmitHub verschärft seine Regeln für KI-generierte Musik. Der Musik-Promotiondienst will künftig vollständig KI-generierte Songs von seinen kostenpflichtigen Promotion-Angeboten ausschließen. Als Grund nennt das Unternehmen Veränderungen bei den Streamingplattformen – insbesondere bei Spotify.
SubmitHub gehört zu den etablierten Plattformen für Musikpromotion und bringt Künstler:innen mit Spotify-Playlist-Kurator:innen, Musikblogs und Influencer:innen zusammen. Nach eigenen Angaben wurde der Dienst bislang von mehr als einer Million Künstler:innen, Publicists und Labels genutzt.
In einer aktuellen Stellungnahme erklärt SubmitHub, Spotify schränke die Sichtbarkeit von KI-Musik in seinen Empfehlungen zunehmend ein. Das Unternehmen wolle deshalb keine Promotion-Leistungen verkaufen, bei denen die Erfolgsaussichten für vollständig KI-generierte Musik aus seiner Sicht deutlich geringer sind.
Die neue Regelung bezieht sich dabei auf „pure AI“ – also Musik, die vollständig durch generative KI erzeugt wurde. Damit geht es bei der Entscheidung nicht um ein grundsätzliches Verbot von KI im kreativen Prozess. KI-gestützte Elemente in ansonsten von Menschen produzierten Werken sind davon nicht automatisch betroffen.
KI-Musik gerät stärker unter Druck
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Streamingdienste und Musikindustrie zunehmend gegen massenhaft erzeugte KI-Inhalte und damit verbundene Manipulationen vorgehen. Laut Financial Times macht KI-generierte Musik inzwischen einen erheblichen Anteil der neu eingereichten Inhalte aus. Deezer berichtete zuletzt, dass im Juli mehr als die Hälfte der neu hochgeladenen Tracks KI-generierte Musik enthielt. Zugleich wurden nach Angaben des Streamingdienstes bis zu 85 Prozent der Streams vollständig KI-generierter Titel im vergangenen Jahr als betrügerisch eingestuft.
Auch Rechteinhaber und Musikvertriebe arbeiten an neuen Maßnahmen gegen missbräuchliche Nutzung und Streamingbetrug. Parallel gehen Plattformen zunehmend direkt gegen KI-Musik vor. Bandcamp hat beispielsweise angekündigt, vollständig oder zu einem wesentlichen Teil KI-generierte Musik nicht auf seiner Plattform zuzulassen.
Die Entscheidung von SubmitHub ist damit ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die Diskussion um generative KI in der Musikbranche von der reinen Produktion auf die gesamte Wertschöpfungskette ausweitet. Für Künstler:innen, Labels und Vermarkter wird zunehmend relevant, ob und in welchem Umfang KI an der Entstehung eines Songs beteiligt war – und wie Streaming- und Promotionplattformen damit umgehen.
Für vollständig KI-generierte Musik könnten sich dadurch nicht nur bei der Distribution, sondern auch beim klassischen Aufbau von Reichweite und Promotion neue Einschränkungen ergeben.
Quelle: Music Ally
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