Das KIBEAT-Musik-ABC

Für Alle, die verständnisvoll nicken wollen, ohne Google zu öffnen.

Das KIBEAT-Musik-ABC

Wenn sich Musiker unterhalten, fliegen einem manchmal fliegen einem die Begriffe um die Ohren, die mancher Außenstehende erstmal googeln müsste. Daher hier mal ein kleines ABC für Newcomer... have fun!

A – A&R
Der Mensch beim Label, der neue Künstler und Musik findet. Kurz gesagt: jemand, der beruflich entscheidet, ob dein Demo genial oder „interessant“ ist.

B – Backline
Alles, was eine Band an Instrumenten und Equipment auf der Bühne braucht. Und der Grund, warum „Wir spielen heute nur mit kleinem Besteck“ selten bedeutet, dass wirklich wenig Zeug herumsteht.

C – Click Track
Der unsichtbare Metronom-Kumpel im Ohr. Niemand im Publikum hört ihn – aber ohne ihn würde so manche Show rhythmisch ziemlich schnell auf Wanderschaft gehen.

D – Demo
Eine unfertige Version eines Songs. Also das musikalische Äquivalent zu „Ich hab da mal schnell was zusammengebastelt“ – das später möglicherweise ein Welthit wird.

E – EPK
Electronic Press Kit. Die digitale Bewerbungsmappe eines Künstlers: Musik, Fotos, Bio, Videos und möglichst alles, was jemanden davon überzeugen soll, dass man genau diesen Act buchen sollte.

F – FOH
Front of House. Dort sitzt der Mensch, der dafür sorgt, dass das Publikum die Band gut hört. Für die Band ist er deshalb gleichzeitig der wichtigste Mensch des Abends und derjenige, dem man am ehesten die Schuld gibt.

G – Ghost Producer
Jemand produziert einen Track, bekommt dafür Geld – und bleibt anschließend unsichtbar. Die Musik ist da. Der Produzent nicht.

H – Hot Mic
Das Mikrofon ist noch an, obwohl alle glauben, es sei aus. Einer der wenigen Momente, in denen ein Tontechniker mehr über einen Menschen erfahren kann, als dieser geplant hatte.

I – ISRC
Ein internationaler Code zur Identifikation einer einzelnen Musikaufnahme. Klingt nach Geheimdienst, ist aber tatsächlich ziemlich praktisch.

J – Jam
Musiker spielen ohne komplett festgelegten Ablauf zusammen. Kann großartig werden. Kann aber auch 17 Minuten dauern und irgendwann sehr deutlich nach „Wir hätten vielleicht doch einen Song schreiben sollen“ klingen.

K – Katalog
Die Gesamtheit der Songs bzw. Aufnahmen, an denen ein Künstler, Verlag oder Unternehmen Rechte hält. Ein Katalog kann irgendwann wertvoller sein als so manche Karriere.

L – Label
Unternehmen, das Künstler und deren Veröffentlichungen betreut, finanziert, vermarktet oder vertreibt. Oder, je nach Deal: vieles davon gleichzeitig.

M – Master
Die konkrete Tonaufnahme eines Songs – nicht zu verwechseln mit dem Song selbst beziehungsweise den Urheberrechten daran. Ein kleiner Unterschied mit potenziell ziemlich großen finanziellen Folgen.

N – Needle Drop
Wenn ein bereits veröffentlichter Song gezielt in einem Film, einer Serie, Werbung etc. eingesetzt wird. Ein Begriff, der klingt, als würde jemand eine Nadel fallen lassen – und tatsächlich kommt er aus der Welt des Auflegens von Schallplatten.

O – One-Sheet
Eine kompakte Seite mit den wichtigsten Infos zu einem Künstler oder Release. Die Kunst besteht darin, eine komplette Karriere auf möglichst wenig Papier unterzubringen.

P – Publishing
Der Bereich rund um die Rechte am komponierten Song und seinen Texten. Für Musiker oft ungefähr so aufregend wie Steuerrecht – bis plötzlich Geld daran hängt.

Q – Cue
Ein Signal oder Hinweis, dass etwas passieren soll. Auf der Bühne kann ein Cue den Start einer Aktion, eines Lichts, eines Videos oder eines musikalischen Elements markieren.

R – Rider
Die Wunsch- und Anforderungsliste eines Künstlers für einen Auftritt. Von technischen Voraussetzungen bis zu Getränken. Manche Rider sind praktisch. Andere lesen sich wie die Speisekarte eines exzentrischen Monarchen.

S – Sync
Wenn Musik mit bewegten Bildern verbunden wird – etwa in Film, Serie, Werbung oder Games. Für einen Song kann das ein ziemlich lukrativer Auftritt sein.

T – Talkback
Ein Mikrofon, über das der Tontechniker mit Musikern kommuniziert. Besonders wichtig ist dabei die kleine technische Frage: Ist es gerade an?

U – Upstream
In der Musikbranche bezeichnet das häufig Prozesse oder Deals, bei denen ein kleineres Unternehmen oder Label einen Künstler an ein größeres Unternehmen weitergibt. Vereinfacht: Der Fisch wird größer.

V – Venue
Der Veranstaltungsort. Also der Ort, an dem all die Dinge passieren, über die wir gerade reden.

W – Work-for-Hire
Eine Vereinbarung, bei der jemand eine kreative Leistung gegen Bezahlung erstellt und bestimmte Rechte daran abtritt. Ein Begriff, bei dem man vor der Unterschrift lieber einmal mehr als einmal weniger nachfragen sollte.

X – XLR
Der Stecker, den man in der Musikbranche gefühlt überall findet. Drei Pins, meistens schwarz, und erstaunlich oft genau dann nicht lang genug, wenn man ihn braucht.

Y – YouTube Content ID
Ein System zur Erkennung und Verwaltung urheberrechtlich geschützter Inhalte auf YouTube. Vereinfacht gesagt: YouTube versucht herauszufinden, ob dein Song irgendwo auftaucht – und wem er gehört.

Z – Zero-Day Release
Eine Veröffentlichung, bei der ein Song oder Album unmittelbar zum Veröffentlichungszeitpunkt verfügbar wird, ohne lange Vorlaufphase. Das Gegenteil von: „Hier ist die CD, die erscheint in sechs Wochen.“

Tja, und wenn Ihr noch tiefer eintauchen möchtet in die Studiofachsimpelei... nur zu... schreibt uns!

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