Wer hat´s erfunden? - Das Sampling
Fun Facts to go – Bevor Samples aus dem Computer kamen, liefen sie auf Tonband
Fun Facts to go – Bevor Samples aus dem Computer kamen, liefen sie auf Tonband
Wenn heute jemand sagt: „Ich habe da ein Sample.“ denkt man an einen kleinen Ausschnitt aus einer Aufnahme, den man in einer DAW zurechtschneidet, pitcht, loopt und wieder zusammensetzt. Sampling wirkt deshalb wie eine ziemlich moderne Erfindung. Ist es aber nicht.
1. Der erste Sampler war ein Klavier mit Tonbändern
Eine wichtige Vorstufe des heutigen Samplings war das Chamberlin, das der US-Amerikaner Harry Chamberlin bereits ab den 1940er-Jahren entwickelte. Seine Idee war verblüffend simpel: Warum sollte ein Keyboard nur elektronische Töne erzeugen?
Warum nicht einfach echte Aufnahmen abspielen?
Also nahm Chamberlin beispielsweise Streicher, Flöten oder Schlagzeug auf einzelne Tonbänder auf. Drückte man eine Taste, wurde das entsprechende Band abgespielt. Ein Instrument mit eingebautem Tonbandgerät. Heute würden wir vermutlich sagen: „Das ist ja ein Sampler!“ Und genau deshalb wird das Chamberlin häufig als wichtiger Vorläufer des Samplings bezeichnet.
2. Daraus wurde das Mellotron
In Großbritannien wurde das Prinzip weiterentwickelt. Das Ergebnis war das Mellotron. Unter jeder Taste befand sich ein Stück Magnetband. Drückte man eine Taste, wurde eine Aufnahme abgespielt. Damit konnte plötzlich ein einzelner Musiker auf Knopfdruck nach Streichorchester, Chor oder Flöte klingen. Die Beatles machten das Instrument mit „Strawberry Fields Forever“ weltberühmt. Und ja: Im Inneren steckten tatsächlich jede Menge Tonbänder.
3. Dann wurde aus Tonband Computer
1979 kam der Fairlight CMI. Peter Vogel und Kim Ryrie entwickelten in Australien ein digitales Instrument, das aufgezeichnete Klänge speichern und wiedergeben konnte.
Jetzt wurde es richtig interessant: Ein aufgenommenes Geräusch konnte nicht nur abgespielt werden. Es konnte bearbeitet, verändert und über eine Tastatur musikalisch gespielt werden. Der Fairlight gilt als erster polyphoner digitaler Sampling-Synthesizer. Und damit war eine Idee geboren, die unsere Musik bis heute prägt: Alles kann zum Instrument werden.
Eine Stimme.
Ein Schlag.
Ein Geräusch.
Ein Satz.
Eine Tür.
Ein Motor.
Oder – inzwischen – sogar ein von einer KI erzeugter Klang.
Fun Fact zum Mitnehmen
Das Sampling begann also nicht mit einem Computer. Es begann mit einer ziemlich verrückten Idee: „Was wäre, wenn ich eine Aufnahme aufnehme – und sie anschließend wie ein Instrument spiele?“
Eigentlich klingt das schon verdächtig nach einem Prompt. Nur, dass Harry Chamberlin dafür noch keinen Prompt schreiben konnte. Er musste ein Tonband bauen.
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