Wer hat´s erfunden? Das Prompting
Fun Facts to go – Eine kleine Zeitreise vor ChatGPT Wenn heute jemand sagt: „Ich promptete gerade einen Song“, klingt das nach einer ziemlich neuen Kulturtechnik. Ein paar Wörter eingeben, Genre auswählen, vielleicht noch Stimmung und Instrumente ergänzen – und schon produziert die Maschine Musik.
Fun Facts to go – Eine kleine Zeitreise vor ChatGPT
Wenn heute jemand sagt: „Ich promptete gerade einen Song“, klingt das nach einer ziemlich neuen Kulturtechnik. Ein paar Wörter eingeben, Genre auswählen, vielleicht noch Stimmung und Instrumente ergänzen – und schon produziert die Maschine Musik. Aber wer hat das eigentlich erfunden? Die überraschende Antwort: niemand. Zumindest nicht in dem Sinne, dass irgendwann ein Mensch aufgestanden wäre und gesagt hätte: „Ich erfinde jetzt das Prompting.“ Denn die Grundidee ist uralt: Menschen geben Maschinen Anweisungen.
1. Prompting ist älter als künstliche Intelligenz
Das englische Wort prompt bedeutet unter anderem „auffordern“, „anweisen“ oder „Anstoß geben“. In der Computerwelt bezeichnete man damit schon lange Eingaben oder Befehle, mit denen ein Benutzer ein Computersystem zu einer bestimmten Aktion auffordert. Wer früher am Computer einen Befehl eintippte, hat also gewissermaßen bereits „gepromptet“. Nur klang das damals weniger glamourös. Statt: „Mach mir einen melancholischen Synthwave-Song bei Nacht“ hieß es eher: RUN PROGRAM
Auch kreativ. Nur deutlich weniger romantisch.
2. Dann kamen die Chatbots
Mit frühen Dialogsystemen wie ELIZA in den 1960er-Jahren wurde die Sache interessanter. ELIZA konnte auf Texteingaben reagieren und den Eindruck eines Gesprächs erzeugen. Die Nutzer gaben etwas ein – das System analysierte die Eingabe und erzeugte eine passende Antwort. Damit entstand eine frühe Form dessen, was wir heute als natürliche Spracheingabe kennen. Der große Unterschied zu heutigen KI-Systemen: ELIZA verstand die Welt nicht wirklich. Sie arbeitete mit vergleichsweise einfachen sprachlichen Mustern. Aber die Idee war geboren:
Wir sprechen mit einer Maschine – und die Maschine antwortet.
3. Der Prompt wurde plötzlich kreativ
Mit modernen generativen KI-Systemen veränderte sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine noch einmal grundlegend. Ein Computerbefehl sagt einer Maschine normalerweise ziemlich genau, was sie tun soll. Ein KI-Prompt kann dagegen beschreiben, was dabei herauskommen soll. Und genau das macht Prompting für Kreative so spannend. „Schreibe einen Popsong“ ist eine Anweisung.
„Schreibe einen melancholischen Indie-Pop-Song über eine verlassene Strandpromenade, mit warmem Analog-Synthesizer und einem Refrain, der langsam größer wird“ ist schon beinahe ein kreatives Briefing. Die Maschine wird damit nicht nur bedient. Sie wird angewiesen, etwas zu gestalten.
4. Und plötzlich wurden alle Prompt-Designer
Mit Bildgeneratoren, Chatbots und Musik-KIs wurde aus einer technischen Eingabemethode ein regelrechter Kreativbereich. Plötzlich gibt es: Prompt Engineering. Menschen experimentieren mit Formulierungen, Strukturen, Stilbeschreibungen, Parametern und Kontext. Manche entwickeln regelrechte Prompt-Bibliotheken. Das Interessante daran: Der Computer ist zwar immer noch die Maschine. Aber die Sprache wird zum Interface.
Man muss nicht mehr unbedingt wissen, wie eine Maschine intern funktioniert. Man muss zunehmend wissen, wie man ihr etwas beschreibt.
5. Der vielleicht schönste Fun Fact
Eigentlich hat das Prompting also niemand erfunden. Wir haben es nur immer weiter verfeinert. Vom simplen Computerbefehl über frühe Dialogsysteme bis zum heutigen KI-Musikprompt zieht sich eine erstaunlich lange Linie. Und vielleicht werden spätere Generationen einmal auf unsere heutigen Prompts schauen wie wir heute auf Lochkarten. Dann könnte jemand fragen: „Was? Ihr musstet der KI noch sagen, dass sie einen Song machen soll?“
Fun Fact zum Mitnehmen
Prompting ist keine Erfindung des KI-Zeitalters. Neu ist vor allem, was Maschinen inzwischen mit unseren Anweisungen anfangen können.
Und damit sind wir bei der vielleicht spannendsten Frage: Wenn Sprache zum Werkzeug wird – wird dann irgendwann jeder zum Programmierer?
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