Spotify will mehr als Musik: Wie aus dem Streamingdienst eine globale Audio-Plattform wird

Spotify will nicht nur wissen, welchen Song du als Nächstes hörst. Die Plattform will möglichst alles anbieten, was du hören möchtest. Mit der globalen Expansion von Audiobooks wird aus dem Musikstreamer endgültig eine Audio-Plattform.

Spotify will mehr als Musik: Wie aus dem Streamingdienst eine globale Audio-Plattform wird

Spotify war einmal vor allem eines: eine Plattform für Musikstreaming. Heute ist Musik nur noch ein Teil einer deutlich größeren Strategie.

Mit der weltweiten Expansion von Audiobooks macht Spotify den nächsten Schritt. Bis Ende 2026 sollen Hörbücher in mehr als 180 Märkten verfügbar sein – ein massiver Ausbau gegenüber den bislang 22 Ländern. Damit könnte Spotify theoretisch mehr als 750 Millionen Menschen erreichen.

Der Schritt ist strategisch bemerkenswert. Denn Spotify versucht längst nicht mehr nur, möglichst viele Songs möglichst effizient zu streamen. Das Unternehmen baut ein Audio-Ökosystem, in dem Musik, Podcasts und Hörbücher um die Aufmerksamkeit derselben Nutzer:innen konkurrieren – und gleichzeitig gemeinsam monetarisiert werden können.

Von der Musik-App zur Audio-Plattform

Spotify hat einen entscheidenden Vorteil: Die Plattform verfügt bereits über eine enorme globale Nutzerbasis und kennt die Hörgewohnheiten ihrer User. Diese Infrastruktur lässt sich auf weitere Audioformate übertragen.

Genau hier liegt der Reiz von Audiobooks. Ein Nutzer, der morgens Musik hört, mittags einen Podcast einschaltet und abends ein Hörbuch hört, muss die Plattform nicht verlassen. Spotify kann damit mehr Nutzungszeit innerhalb des eigenen Ökosystems abbilden.

Und Spotify testet längst verschiedene Wege, daraus zusätzliche Umsätze zu generieren. In ausgewählten Märkten sind monatliche Hörbuchstunden Bestandteil bestimmter Premium-Angebote. Wer darüber hinaus hören möchte, kann zusätzliche Stunden erwerben oder auf entsprechende Audiobook-Angebote zurückgreifen.

Das Modell erinnert an eine grundsätzliche Entwicklung im Streaming: Nicht mehr nur der einzelne Content ist entscheidend, sondern die Plattform, auf der möglichst viel davon stattfindet.

Ein neuer Wettbewerb um Audio

Für Spotify geht es deshalb nicht nur um den Hörbuchmarkt. Es geht um die Positionierung gegenüber anderen Plattformen, die ebenfalls um Audio kämpfen.

Apple, Amazon, YouTube und zahlreiche spezialisierte Anbieter verfügen bereits über eigene Ökosysteme aus Musik, Podcasts, Hörbüchern oder Video. Spotify versucht dagegen, seine Stärke aus dem Musikstreaming in weitere Bereiche zu übertragen.

Das könnte langfristig auch für die Musikbranche relevant werden. Denn je größer das Audio-Angebot innerhalb einer Plattform wird, desto stärker konkurriert Musik um die verfügbare Aufmerksamkeit der Nutzer:innen. Die entscheidende Ressource ist damit nicht mehr nur das monatliche Abo.

Es ist die Zeit der Nutzer:innen.

Was bedeutet das für Spotify?

Die Audiobook-Expansion zeigt, wohin Spotify sich entwickeln möchte: weg vom reinen Musikstreamingdienst und hin zu einer globalen Audio-Plattform.

Musik bleibt dabei das Fundament. Aber Spotify versucht zunehmend, auf diesem Fundament weitere Geschäftsmodelle aufzubauen. Die spannende Frage ist deshalb nicht, ob Spotify irgendwann weniger Musik machen wird.

Sondern ob wir Spotify in einigen Jahren überhaupt noch als Musikdienst bezeichnen werden – oder längst als eine der größten Audio-Plattformen der Welt. :::

(Quelle: The Verge)

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