Versucht, den Song zu machen, den nur ihr machen würdet.

Wenn plötzlich jeder gute Musik machen kann – was macht einen Song dann noch interessant? Die Antwort ist nicht unbedingt ein noch ausgefeilterer Prompt oder die nächste neue KI-Technologie. Es ist Authentizität.

Versucht, den Song zu machen, den nur ihr machen würdet.

KI-Musik macht es immer einfacher, technisch beeindruckende Songs zu produzieren. Ein paar gute Ideen, ein passender Prompt und schon entstehen Stücke, für die man früher vielleicht ein ganzes Team aus Songwriter, Produzent, Musiker und Studio gebraucht hätte. Aber genau darin liegt auch eine neue Herausforderung: Wenn plötzlich jeder gute Musik machen kann – was macht einen Song dann noch interessant?

Die Antwort ist nicht unbedingt ein noch ausgefeilterer Prompt oder die nächste neue KI-Technologie. Es ist Authentizität.

Man muss nicht jedem gefallen. Im Gegenteil: Wer versucht, möglichst allen zu gefallen, landet schnell bei Musik, die niemand wirklich ablehnt – aber die auch niemand besonders im Gedächtnis behält. Interessant wird es dort, wo jemand eine eigene Idee verfolgt und sich traut, sie konsequent umzusetzen.

Vielleicht ist es ein ungewöhnliches Thema. Vielleicht eine besondere Art zu texten. Vielleicht eine Vorliebe für bestimmte Instrumente, Stimmungen oder Geschichten. Vielleicht ist es auch einfach der persönliche Blick auf die Welt. Es muss nicht perfekt sein – es muss nach euch klingen.

Dabei bedeutet Wiedererkennungswert nicht automatisch, dass man ein festes Audiobranding braucht. Ihr müsst nicht in jedem Song dasselbe Instrument, dieselbe Stimme oder dasselbe musikalische Motiv verwenden. Wiedererkennung kann viel subtiler entstehen.

Wenn jemand nach mehreren Songs merkt: „Das ist doch dieser Creator – die Geschichten, die Atmosphäre, diese besondere Art von Refrain …“, dann ist bereits etwas Wertvolles entstanden.

Gerade bei KI-Musik ist das wichtig. Die technischen Möglichkeiten werden immer größer und die Qualität der generierten Songs immer besser. Was heute noch besonders klingt, kann morgen schon zum Standard gehören. Die Technik kann euch beim Produzieren helfen – aber sie kann euch nicht eure eigene Persönlichkeit abnehmen.

Deshalb lohnt es sich, beim nächsten Song nicht zuerst zu fragen: „Was funktioniert gerade gut?“

Sondern vielleicht: „Was möchte ich eigentlich erzählen?“

Oder noch besser: „Welchen Song würde ich gerne hören, den es so noch nicht gibt?“

Auch einige meiner eigenen Projekte zeigen, wie spannend diese Herangehensweise sein kann. Beim Playlistalbum „TEA, SECRETS & MURDERwar es nicht das Ziel, einfach Dark-Pop-Songs zu produzieren. Die Idee war, eine geheimnisvolle Welt zu erschaffen: alte Kriminalfilme, London im Nebel, Jazz Noir, ein Tenorsaxophon, rätselhafte Ermittler und Geschichten, die sich wie alte Kinofilme entfalten. Genau aus solchen Kombinationen entstehen oft die interessantesten Ergebnisse. Der Wiedererkennungswert ergibt sich aus dem Thema von selbst.

Ihr müsst nicht jedem gefallen. Ihr müsst nicht jedem Trend hinterherlaufen – ganz egal, wie laut die Spotify-Influencer ihn gerade ausrufen. Und ihr müsst auch nicht besser sein als alle anderen.

Ihr müsst nur etwas schaffen, bei dem man nach ein paar Sekunden denkt: „Das kann eigentlich nur von diesem Creator sein.“

In einer Welt, in der KI immer mehr Musik hervorbringen kann, wird genau das vielleicht zum wichtigsten Unterschied. Versucht deshalb nicht, den nächsten KI-Song zu machen.

Versucht, den Song zu machen, den nur ihr machen würdet!

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