Update zur Round Hill Klage gegen Suno und Anthropic
Round Hill Music hat in der vergangenen Woche zwei Copyright-Klagen eingereicht: eine gegen den KI-Musikdienst Suno und den Datenscraping-Anbieter Bright Data, eine weitere gegen den KI-Konzern Anthropic. Beide Verfahren laufen vor dem US District Court for the Northern District of California. Round Hill fordert dabei Schadensersatz von bis zu 150.000 US-Dollar pro Werk.
Round Hill Music hat in der vergangenen Woche zwei Copyright-Klagen eingereicht: eine gegen den KI-Musikdienst Suno und den Datenscraping-Anbieter Bright Data, eine weitere gegen den KI-Konzern Anthropic. Beide Verfahren laufen vor dem US District Court for the Northern District of California. Round Hill fordert dabei Schadensersatz von bis zu 150.000 US-Dollar pro Werk. Nach Berechnungen des Unternehmens könnten sich die Forderungen in jedem Verfahren auf mehrere hundert Millionen Dollar belaufen und sogar die Milliardengrenze überschreiten.
Besonders weitreichend ist die Forderung nach der Herausgabe beziehungsweise Vernichtung unrechtmäßig angefertigter Kopien. Round Hill bezieht dabei ausdrücklich auch Kopien in Trainingsdatensätzen, internen Repositories, der Server-Infrastruktur und den sogenannten Model Weights ein – also den trainierten Modellen selbst. Zusätzlich verlangt der Rechteinhaber eine vollständige Aufstellung der verwendeten Trainingsdaten, Scraping-Aktivitäten und Datensätze.
Im Fall von Anthropic stützt sich Round Hill unter anderem auf den bereits bekannten Rechtsstreit Bartz v. Anthropic. Die Klage verweist außerdem auf Anthropic-Daten aus dem Jahr 2022, in denen Claude bei Tests offenbar urheberrechtlich geschützte Songtexte reproduzierte. Round Hill führt unter anderem Beispiele mit „Let It Go“ und „Eleanor Rigby“ an – Werke, an denen Round Hill selbst keine Rechte hält.
Ein weiterer Vorwurf betrifft die Werkzeuge, mit denen Anthropic Webinhalte extrahiert haben soll. Laut Round Hill wurden mehrere Programme getestet. Das Tool „jusText“ sei unter anderem deshalb verworfen worden, weil es Copyright-Hinweise und Angaben zu Rechteinhabern auf den Seiten erhalten habe. Stattdessen sei „Newspaper“ eingesetzt worden, das diese Informationen entfernen konnte. Gegen Bright Data argumentiert Round Hill ähnlich und verweist darauf, dass dessen Scraping Browser Webseiten ohne Header und Footer darstelle, wo sich häufig Copyright-Informationen befinden.
Für Bright Data nennt die Klage bereits eine konkrete Summe: 500 Werke × 150.000 US-Dollar = 75 Millionen US-Dollar. Die höheren Summen von bis zu einer Milliarde Dollar beruhen dagegen auf der angekündigten Ausweitung der Liste auf deutlich mehr Werke.
Auch im Verfahren gegen Suno geht Round Hill weit: Die Klage stellt unter anderem die Aussage von Suno-Mitgründer und CEO Mikey Shulman, die Modelle würden Musik „just continue“ lassen, der Vermarktung des Dienstes als System gegenüber, das Songs aus dem Nichts erzeugt. Zudem behauptet Round Hill, die Schutzmechanismen gegen die Generierung im Stil bestimmter Künstler seien teilweise leicht zu umgehen.
Die Klagen listen zunächst 500 musikalische Kompositionen auf. Round Hill gibt jedoch an, Rechte an insgesamt 16.873 Aufnahmen zu besitzen und die Liste entsprechend erweitern zu wollen. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich geprüft.
(Quelle: MBW, 24.August 2026)
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