Spotlight: LENNYS – „War so nicht geplant“
Manchmal braucht es keinen großen Plan – manchmal reicht es, wenn am Ende überhaupt etwas dabei herauskommt. Mit „War so nicht geplant“ legt LENNYS ein kleines, aber durchaus unterhaltsames Deutschrap-Release vor, das sich vor allem durch Humor, Selbstironie und eine gehörige Portion Alltagserfahrung auszeichnet.
Zwei Songs, knapp sechs Minuten Spielzeit – viel mehr braucht es für den Gewinner des Global AI Music Contest 2026 hier nicht, um eine kleine Geschichte zu erzählen.
Zwischen Aufschieben und großen Träumen
Den Anfang macht „Mach ich morgen“ – ein Satz, den vermutlich jeder kennt und der hier zum musikalischen Lebensmotto wird. Dinge werden verschoben, Vorhaben vertagt und die nächste Ausrede ist meist schon parat. LENNYS nimmt diese menschliche Angewohnheit mit Humor und macht daraus einen Track, der weniger mit erhobenem Zeigefinger als mit einem Augenzwinkern funktioniert.
Dabei liegt gerade in der Einfachheit des Themas der Reiz: Wer kennt es nicht, sich etwas vorzunehmen und dann doch einen guten Grund zu finden, warum es heute einfach nicht passt?
Mit „Reich und schön“ schlägt das Release anschließend eine etwas andere Richtung ein. Große Vorstellungen vom Leben treffen auf eine deutlich bodenständigere Realität. Zwischen Kneipenatmosphäre, Alkohol und dem Wunsch nach einem besseren Leben entsteht ein Szenario, das irgendwo zwischen Größenwahn und Selbstironie angesiedelt ist.
Deutschrap mit einem Augenzwinkern
„War so nicht geplant“ versucht nicht, größer zu wirken, als es ist. Und genau darin liegt eine seiner Stärken. LENNYS scheint hier vor allem Spaß daran zu haben, Geschichten zu erzählen und alltägliche Situationen überspitzt aufzugreifen. Statt sich in komplizierten Konzepten zu verlieren, bleibt das Release nahbar. Die Songs funktionieren wie zwei kurze Episoden aus dem Leben eines Protagonisten, bei dem die Dinge nicht unbedingt so laufen, wie sie ursprünglich gedacht waren.
Auch der Titel „War so nicht geplant“ passt deshalb ziemlich treffend zum Gesamteindruck: Ein bisschen Chaos, ein paar große Ideen und am Ende die Erkenntnis, dass das Leben ohnehin seinen eigenen Plan hat.
Kurz, aber nicht belanglos
Mit einer Gesamtspielzeit von rund sechs Minuten ist „War so nicht geplant“ sicherlich kein Release, das sich über seine Länge definiert. Vielmehr fühlt es sich wie ein kurzer musikalischer Zwischenstopp an.
Zwei Tracks, zwei unterschiedliche Situationen – verbunden durch einen humorvollen Blick auf die kleinen Absurditäten des Alltags. Wer Deutschrap nicht ausschließlich mit düsteren Themen, Straßenrap oder großen Selbstinszenierungen verbindet, sondern auch Platz für Humor und Selbstironie lässt, dürfte an LENNYS' „War so nicht geplant“ seine Freude haben.
Unser Eindruck: Klein, unkompliziert und mit einem Augenzwinkern – ein Release, das genau weiß, dass nicht immer alles nach Plan laufen muss.
Release auf KiBeats entdecken: https://kibeats.net/album/359
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