Rezension: „Hollows“ – Venomous Production

Manchmal ist Musik kein Ort, an dem man sich versteckt – sondern einer, an dem man sich wiederfindet. Genau diesen Eindruck vermittelt „Hollows“ von Venomous Production.

Rezension: „Hollows“ – Venomous Production

Das Album beschäftigt sich mit Leerräumen, die nach Verlust, Enttäuschung und Einsamkeit entstehen können – aber ebenso mit der Hoffnung, diese Leere irgendwann wieder füllen zu können.

„Hollows“ ist das Debüt von Venomous Production als Labelartist bei KiBeats Records, nicht jedoch das musikalische Debüt des Künstlers. Venomous Production ist bereits seit längerer Zeit aktiv und bringt entsprechend Erfahrung mit. Umso interessanter ist es, dass er mit diesem Album eine sehr persönliche Seite in den Mittelpunkt stellt.

Mit insgesamt 15 Tracks nimmt sich „Hollows“ viel Raum für seine zentrale Thematik. Schon die Songtitel machen deutlich, wohin die Reise geht: „Still miss you“, „Only for you“, „Owner of my heart“, „Lass mich nicht allein“, „Hältst du meine Tränen auf“ oder „We were a moment“ kreisen um Liebe, Sehnsucht, Verlust und die Angst vor dem Alleinsein.

Dabei funktioniert die Mischung aus deutschen und englischen Titeln durchaus reizvoll. Das Album wirkt dadurch weniger wie eine streng durchgeplante Geschichte und eher wie eine Sammlung verschiedener emotionaler Momentaufnahmen. Unterschiedliche Facetten eines ähnlichen Gefühls werden beleuchtet: die Sehnsucht nach einem Menschen, die Erinnerung an eine vergangene Beziehung, Verletzlichkeit, Enttäuschung und schließlich auch der Versuch, wieder nach vorne zu schauen.

Ein schönes Beispiel dafür ist „Part of my dreams“. Der Song steht für die romantischere Seite des Albums und beschreibt die Vorstellung von gegenseitigem Halt und davon, füreinander da zu sein. Gerade dieses Motiv zieht sich gewissermaßen durch „Hollows“: Der Mensch kann selbst verletzlich sein und trotzdem für einen anderen Menschen zum Halt werden.

Dem gegenüber stehen deutlich dunklere Titel wie „Venomous Is Black“, „Drama x Karma“ oder „Das Leben fickt mich“. Hier wird die Stimmung rauer und direkter. Das Album beschränkt sich dadurch nicht auf klassischen Herzschmerz, sondern lässt auch Wut, Frust, Überforderung und Selbstzweifel zu.

Und genau diese Mischung macht „Hollows“ persönlich. Es geht nicht ausschließlich darum, eine Liebesgeschichte zu erzählen. Vielmehr bekommt man den Eindruck, dass Venomous Production mit dem Album eigene Erfahrungen und Gefühle verarbeitet. Das verleiht den Songs eine andere Bedeutungsebene. Es ist nicht nur ein Album über bestimmte Gefühle – es scheint auch ein Stück weit ein Album zu sein, mit dem der Künstler durch diese Gefühle hindurchgeht.

Allerdings ist genau hier auch der Punkt, an dem man kritisch ansetzen darf. „Hollows“ ist für seine relativ klar umrissene Thematik durchaus ausschweifend. 15 Songs geben dem Album viel Platz, manche Gedanken und Stimmungen wiederholen sich dadurch zwangsläufig. An der einen oder anderen Stelle hätte etwas mehr Straffung der Dramaturgie sicherlich gutgetan.

Gleichzeitig wäre es zu einfach, diese Ausführlichkeit nur als Schwäche zu betrachten. Wenn ein Künstler sehr persönliche Erfahrungen verarbeitet, entsteht nicht zwangsläufig ein perfekt komprimiertes Konzeptalbum. Gefühle wiederholen sich, Gedanken drehen sich im Kreis und manche Themen lassen einen eben länger nicht los. Genau diese Überlängen können deshalb auch ein Teil der Authentizität von „Hollows“ sein.

Das Album wirkt dadurch weniger wie ein glattpoliertes Produkt und mehr wie eine persönliche Momentaufnahme. Es erzählt von Menschen, die lieben, verlieren, vermissen, zweifeln und trotzdem versuchen, weiterzumachen.

Besonders gelungen ist dabei der Grundgedanke, dass Trauer und Hoffnung keine Gegensätze sein müssen. „Hollows“ bleibt nicht ausschließlich in der Dunkelheit. Zwischen Einsamkeit und Schmerz findet sich immer wieder der Wunsch nach Nähe, nach einem Menschen, der bleibt, und nach einem Weg zurück ins Leben.

Fazit

„Hollows“ ist ein persönliches und emotionales Album, mit dem Venomous Production seinen Einstand als Labelartist bei KiBeats Records gibt.
Die 15 Tracks sind stellenweise etwas ausführlich geraten und hätten dramaturgisch vielleicht von etwas mehr Kürze profitiert. Doch gleichzeitig ist gerade diese Ausführlichkeit nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, wie viel Persönliches in dem Album steckt.

Bewertung: 7,5/10

Ein Album über Leere, Verlust und Sehnsucht – aber vor allem über den Versuch, aus diesen Gefühlen wieder etwas Hoffnung entstehen zu lassen.

Auf Kibeats entdecken: https://kibeats.net/album/321

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